Das Hoffnungshaus gibt Orientierung
Das Hoffnungshaus gibt Orientierung
28.11.2019

EAK Ludwigsburg besucht das Rotlichtviertel

EAK Ludwigsburg besucht das Rotlichtviertel

Am Montag, 25. November traf sich der Vorstand des Evangelische Arbeitskreis (EAK) Ludwigsburg zu Recherchezwecken im Stuttgarter Rotlichtviertel in der Leonhardstraße. Dort wurde das sogenannte Hoffnungshaus, eine bewusst christliche Initiative der Apis, Evangelischer Gemeinschaftsverband Württemberg vorgestellt.

Pressemitteilung vom 28.11.2019

EAK Ludwigsburg besucht das Rotlichtviertel

Am Montag, 25. November traf sich der Vorstand des Evangelische Arbeitskreis (EAK) Ludwigsburg zu Recherchezwecken im Stuttgarter Rotlichtviertel in der Leonhardstraße. Dort wurde das sogenannte Hoffnungshaus, eine bewusst christliche Initiative der Apis, Evangelischer Gemeinschaftsverband Württemberg vorgestellt. Die Einrichtung existiert seit drei Jahren und schafft den ca. 150 Prostituierten im Leonhardsviertel und darüber hinaus einen sicheren Ort des Austausches und der Gemeinschaft. Die hauptberufliche Leiterin Wilbirg Rossrucker bietet, zusammen mit Carina Erlenmaier und vielen freiwilligen Helfern, den Prostituierten Spiele, Austausch und Essen an. Bei Behördengängen oder Arztbesuchen freuen sich ihre Besucherinnen über vertrauensvolle Begleitung. Die Mitarbeiter sehen gerade im christlichen Menschenbild eine große Chance, Würde und Wertschätzung in einer schwierigen Lebenssituation zu vermitteln. Manche dieser Frauen hätten eine Bibel in ihren Nachtschränken liegen. Rossrucker ist bei den Nachbarn bekannt und wird mit ihrer Einrichtung akzeptiert. Von Anfang an habe man sich auch mit den anderen, nicht-christlichen Anlaufstellen, wie den städtischen Einrichtungen Café Strichpunkt und la Strada abgestimmt.

Viele der Prostituierten sind offensichtlich traumatisiert von, teils haarsträubenden, Erlebnissen sexueller Gewalt, Drogen und teils Menschenhandel. Es ist nicht so einfach für sie, darüber zu sprechen, aber im Hoffnungshaus tauen sie nach einiger Zeit auf und vertrauen sich den Mitarbeitern an. Manchmal, so Rossrucker, wacht sie nachts auf und denkt über Situationen oder Erfahrungen nach, die ihr die Frauen geschildert haben. Daher hat sie auch den Wunsch, ein festes Angebot der Traumaberatung bieten zu können, “weil die Frauen es brauchen, um ihre Erlebnisse zu verarbeiten und nicht mit Alkohol- und Drogenabhängigkeit ihr Leben komplett zu zerstören.” Der Träger des Hoffnungshauses, die Aktion Hofffnungsland, Bildungs-und Sozialwerk der Apis, hat bereits bei der Stadt Stuttgart Unterstützung beantragt, aber bisher bei der politischen Führung kein offenes Ohr gefunden.

Der Liberalisierung der Prostitution in Deutschland seit 2001 (Prostitutionsgesetz) steht Rossrucker kritisch gegenüber. Es habe mehr Freiheiten gebracht, jedoch nicht für die Prostituierten. Diese seien, auch als anerkannte Berufsgruppe, weiter schlimmsten, entwürdigenden Erfahrungen bis hin zu Menschenhandel ausgesetzt. Zuhälter und Rockergruppen hätten ihre Geschäfte ausbauen können, nicht zuletzt im Raum Stuttgart (“Paradise” in Leinfelden-Echterdingen). Versichern würden sich viele nicht, da sie eh viel zu wenig von dem verdienten Geld abbekommen würden. Das schwedische Modell mit seiner einseitigen Kriminalisierung des Sexkaufs (seit 1998) habe den Frauen weitaus mehr geholfen und die Prostitution in Schweden etwa halbiert, während die deutsche Gesetzgebung drei Jahre später Deutschland zum “Bordell Europas” gemacht habe.

Die von einigen Grünen-Politikern geforderte “Sexualassistenz” in Pflegeheimen (z.B. pflegepolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Elisabeth Scharfenberg, 2017) lehnt Rossrucker als Ausbau der Prostitution ab. Es gebe halt auch Zeiten, in denen die Sexualität nicht immer voll ausgelebt werden könne. Der Mensch sei doch kein Tier, das jederzeit seine Sexualität ausleben müsse. Diese Bestrebungen gingen in die falsche Richtung, so Rossrucker.

Für den Vorstand des EAK Ludwigsburg war das Treffen im Stuttgarter Rotlichtviertel sehr bewegend und hat sehr zum Nachdenken angeregt, darüber, wie gut gemeinte Politik und Liberalisierung nicht immer auch zu guten Ergebnissen führt. Das christliche Menschenbild haben sie als nicht verurteilend sondern sehr hilfreich erlebt, um Prostituierten in unserer Landeshauptstadt wieder Hoffnung und Menschenwürde zu vermitteln.

 

Der Evangelische Arbeitskreis der CDU/CSU (EAK) ist der Zusammenschluss von allen evangelischen Mitgliedern der CDU/CSU, die wegen ihres Glaubens einen Beitrag zu einer vor Gott und den Menschen verantworteten Politik leisten wollen. Der EAK übernimmt dadurch eine wichtige Brückenfunktion zwischen der Partei und Kirche. Der EAK hat das grundsätzliche Anliegen, Christen zum profilierten politischen Engagement zu ermutigen. Der EAK Ludwigsburg vertritt über 1.300 CDU-Mitglieder.

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